MRT Martin Reza Tschapke

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Googles KI-Übersichten kosten Klicks bei Fragen, kaum bei Angeboten

Bei jedem fünften Suchbegriff zeigt Google inzwischen eine KI-Übersicht. Ratgeberseiten verlieren dadurch bis zu 30 % ihrer Klicks, Seiten zum Kaufen und Buchen kaum etwas. Ich zeige in fünf Grafiken, wen es trifft und was das für deine Website heißt.

29. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
von Martin Reza Tschapke
Hand hält eine Lupe über eine Laptop-Tastatur, Sinnbild für die Google-Suche mit KI-Übersicht

Wer heute bei Google eine Frage eintippt, bekommt oft zuerst eine Antwort von Google selbst. Die KI-Übersicht, bei Google offiziell „Übersicht mit KI“, fasst mehrere Websites zusammen und steht meist ganz oben. Für viele Seiten heißt das: weniger Besuche. Aber nicht für alle gleich, und genau darin liegt eine Chance für kleine Betriebe.

Die KI-Übersicht bei Google ist Alltag geworden

Das Analyseunternehmen SISTRIX hat für Deutschland über 100 Millionen Suchbegriffe ausgewertet und die Zahlen zuletzt am 13. Oktober aktualisiert. Bei etwas über 20 % der Suchbegriffe zeigt Google eine KI-Übersicht, bei seltenen, sehr speziellen Suchbegriffen sind es rund 30 %. 78,6 % dieser Übersichten stehen über allen normalen Ergebnissen.

Drei Kennzahlen zu KI-Übersichten in Deutschland: Etwas über 20 Prozent der Suchbegriffe zeigen eine KI-Übersicht, bei seltenen, sehr speziellen Suchbegriffen rund 30 Prozent, und 78,6 Prozent der KI-Übersichten stehen über allen normalen Ergebnissen.
SISTRIX, über 100 Millionen Suchbegriffe, Stand Oktober 2026.

Auffällig ist, wo Google sich zurückhält: Bei Suchbegriffen mit Shopping-Ergebnissen erscheint derzeit keine KI-Übersicht. Und ihr Anteil wächst laut SISTRIX seit einigen Monaten nicht mehr.

Wer oben steht, verliert die meisten Klicks

Ohne KI-Übersicht klicken laut SISTRIX gut 27 % der Suchenden auf das erste Ergebnis. Mit KI-Übersicht sind es nur noch 11 %. Über alle normalen Ergebnisse gerechnet sinkt der Anteil der Suchen mit Klick von 57 auf 33 %.

Paar-Balken: Auf das erste Ergebnis klicken 27 Prozent ohne und 11 Prozent mit KI-Übersicht. Auf irgendein normales Ergebnis klicken 57 Prozent ohne und 33 Prozent mit KI-Übersicht.
SISTRIX, Klickmodell für die Google-Suche in Deutschland.

Hochgerechnet kosten KI-Übersichten in Deutschland rund 265 Millionen Klicks pro Monat. Das sind etwa 6,6 % aller organischen Klicks. Das klingt verkraftbar, ist aber ein Durchschnitt, hinter dem sehr unterschiedliche Fälle stecken.

Fragen beantwortet Google selbst, Angebote nicht

Spezialisierte Gesundheitsportale verlieren knapp 30 % ihrer Klicks, Eltern- und Babyportale über 24 %. Amazon verliert dagegen 1,73 %, Idealo 0,85 % und Booking.com 0,46 %. SISTRIX fasst das Muster so zusammen: Wer Transaktionen ermöglicht statt Fragen beantwortet, bleibt weitgehend verschont.

Kategorien-Balken zum Klickverlust durch KI-Übersichten: lumedis.de 30,15 Prozent, herzstiftung.de 29,66 Prozent, News und Medien 7,37 Prozent, Wikipedia 5,56 Prozent, Amazon 1,73 Prozent, Chefkoch 1,07 Prozent, Idealo 0,85 Prozent, Booking.com 0,46 Prozent, wetter.com 0,18 Prozent. Der Schnitt liegt bei 6,6 Prozent.
SISTRIX, Anteil der verlorenen organischen Klicks.

Für lokale Betriebe hat SISTRIX keine eigenen Zahlen. Das Muster legt aber nahe, wo es dich trifft und wo nicht. Ein Ratgeberartikel zur Frage, wie oft man die Bremsflüssigkeit wechseln sollte, konkurriert jetzt mit Googles Antwort. Die Seite, auf der man den Werkstatttermin bucht, liefert etwas, das keine Zusammenfassung ersetzt. Wer nach einer Werkstatt in der Nähe sucht, will etwas erledigen. Eine Antwort allein hilft da nicht weiter.

Die Fragen wandern auch direkt zur KI

Google ist nicht der einzige Ort, an dem Antworten entstehen. Laut Bitkom nutzen 58 % der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland KI, befragt wurden im Februar und März 1.003 Personen. Von den Nutzenden holen sich 54 % dort Hilfe bei Alltagsfragen wie Kochen und Reparaturen, 34 % bei Gesundheitsfragen. Für 41 % ist KI die erste Anlaufstelle für fast alle Fragen. Von denen, die KI nicht nutzen, bleiben 54 % bei anderen Wegen wie der Internetsuche.

Kategorien-Balken: KI-Nutzende in Deutschland nutzen KI für Alltagsfragen wie Kochen und Reparaturen zu 54 Prozent, für persönliche Fragen zu 44 Prozent, als Hilfe beim Einkauf zu 35 Prozent, für Gesundheitsfragen zu 34 Prozent, für Reisevorbereitung und Finanzfragen zu je 21 Prozent.
Bitkom Research, 579 KI-Nutzende ab 16 Jahren, Mehrfachnennungen.

Hilfe beim Einkauf nennt dagegen nur gut ein Drittel. Die Recherche verlagert sich also. Umso wichtiger ist, dass deine Website im entscheidenden Moment überzeugt: wenn jemand nicht mehr fragen, sondern anfragen oder buchen will.

In der Search Console siehst du deine KI-Auftritte

Seit dem 31. August zeigt die Google Search Console allen Websites einen eigenen Bericht zu KI-Funktionen. Du siehst dort, wie oft deine Seiten in KI-Übersichten und im KI-Modus erscheinen, nach Seite, Land und Gerät. Klicks und Suchanfragen zeigt der Bericht nicht. Hat deine Website zu wenige solcher Impressionen, erscheint er gar nicht.

Vergleichs-Matrix: Der normale Leistungsbericht der Search Console zeigt Impressionen, Klicks und Klickrate, Suchanfragen sowie Seiten, Länder und Geräte. Der neue Bericht zu KI-Funktionen zeigt Impressionen in KI-Übersichten und im KI-Modus sowie Seiten, Länder und Geräte, aber keine Klicks und keine Suchanfragen.
Google Search Console, Stand Oktober 2026.

Ein guter Anfang ist es trotzdem. Leg die Seiten mit vielen KI-Impressionen neben ihre Klicks im normalen Leistungsbericht. Sinken dort die Klicks, beantwortet Google die Frage vermutlich schon selbst.

Wie belastbar sind die Zahlen? SISTRIX rechnet mit einem eigenen Klickmodell und legt Zeitraum und Gerät nicht offen. Das Unternehmen verkauft selbst SEO-Software. Größenordnung und Muster sind trotzdem deutlich. Die Bitkom-Studie ist eine repräsentative Telefonbefragung.

Was du jetzt tun kannst

  1. Gib jedem Angebot eine eigene Seite. Leistung, Region, Ablauf und ein klarer Weg zur Anfrage gehören auf eine eigene Unterseite, nicht nur auf die Startseite.
  2. Mach den nächsten Schritt leicht. Termin buchen, anrufen, Anfrage senden: Wer bei dir landet, will meist handeln. Zeig sofort, wie das geht.
  3. Gib Gründe zum Klicken. Ratgeber mit eigenen Erfahrungen, Fotos aus echten Projekten, Checklisten oder Rechnern bieten mehr als eine kurze Antwort.
  4. Schau in die Search Console. Öffne den neuen Bericht zu KI-Funktionen und vergleich ihn einmal im Monat mit deinen Klicks.
  5. Prüf deine Website als Ganzes. Ladezeit, Handyansicht und Kontaktwege entscheiden, ob aus einem Klick eine Anfrage wird. Mehr dazu im Artikel über Websites, die Anfragen verlieren.

Ich baue Websites, die auf Anfragen ausgelegt sind, und prüfe bestehende Seiten im Website-Audit. Wenn du wissen willst, wo deine Seite Klicks und Anfragen verliert, schreib mir.

Quellen

  1. SISTRIX (2026): Johannes Beus, AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich, Bonn, veröffentlicht 25.02.2026, aktualisiert 13.10.2026 (über 100 Millionen Suchbegriffe in Deutschland). sistrix.de
  2. Bitkom (2026): Künstliche Intelligenz in Deutschland. Wie die Bevölkerung auf die neue Technologie blickt, Studienbericht, Berlin, 2026 (1.003 Befragte ab 16 Jahren, telefonisch, Februar und März 2026). bitkom.org
  3. Google (2026): Hillel Maoz und Moshe Samet, Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console, Google Search Central Blog, 03.06.2026. developers.google.com
  4. Google (2026): Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Google Suche), Search-Console-Hilfe, abgerufen am 29.10.2026. support.google.com