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Mehr Menschen lesen jede Woche Newsletter, als Facebook nutzen
Social-Media-Reichweite schwankt, und über sie entscheidet der Algorithmus. Ich zeige in fünf Grafiken, warum ein Newsletter für kleine Unternehmen verlässlicher ist, welche Öffnungsrate realistisch ist und wie du anfängst.
Ein Beitrag auf Instagram fühlt sich an wie eine Nachricht an alle, die dir folgen. Tatsächlich sieht ihn nur ein kleiner Teil, und welcher, entscheidet der Algorithmus. Ein Newsletter landet im Postfach jeder Person, die sich eingetragen hat.
Das ist kein Plädoyer gegen Social Media. Aber es lohnt sich zu wissen, auf welchem Kanal du selbst bestimmst, wen du erreichst.
E-Mail gehört für die meisten zum Alltag
Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 lesen und schreiben 76 % der Menschen in Deutschland ab 14 Jahren mindestens einmal pro Woche E-Mails. 35 % lesen jede Woche Newsletter. Das sind mehr, als Facebook nutzen (28 %), und mehr als viermal so viele wie LinkedIn (8 %).

Mit dem Alter wird der Unterschied noch größer. Laut Eurostat nutzen in Deutschland 91 % der 16- bis 24-Jährigen E-Mail und 85 % soziale Netzwerke. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es 85 und 42 %, bei den 65- bis 74-Jährigen 73 und 25 %. Wer Kundschaft über 45 erreichen will, kommt an E-Mail kaum vorbei.

Auf Social Media sieht nur ein Bruchteil deinen Beitrag
Wie viele Menschen ein Beitrag erreicht, misst unter anderem der Analyse-Anbieter Socialinsider an Millionen Posts von Marken weltweit. Bei kleinen Instagram-Accounts mit 1.000 bis 5.000 Followern entspricht die Reichweite pro Beitrag im Schnitt 6,65 % der Follower-Zahl, bei Facebook 4,35 %. Je größer der Account, desto kleiner der Anteil.

Dazu kommt, dass die Reichweite schwankt. Laut einer Auswertung des Anbieters Metricool sank die Reichweite pro Instagram-Beitrag 2025 um 31 %, bei Reels um 35 %, während sie bei Facebook um 51 % stieg. Entschieden hat das nicht, wer postet.
Der Feed gehört immer weniger denen, denen man folgt
Meta veröffentlicht selbst, woher die Beiträge im Facebook-Feed in den USA kommen. Anfang 2024 stammten 60 % der Aufrufe von Freunden, Gruppen und Seiten, denen man folgt. Zwei Jahre später ist es nur noch knapp die Hälfte, während der Anteil empfohlener Inhalte von 27 auf 37 % gestiegen ist. Auf Instagram war laut Mark Zuckerberg schon 2024 mehr als die Hälfte der gezeigten Inhalte von KI empfohlen.

Für Unternehmen heißt das: Wer dir heute folgt, sieht morgen nicht automatisch, was du postest. Social Media bleibt gut, um gefunden zu werden. Für den Kontakt zu Menschen, die dich schon kennen, ist eine eigene Liste verlässlicher.
Welche Öffnungsrate realistisch ist
Bleibt die Frage, wie viele einen Newsletter wirklich öffnen. Die Antwort hängt davon ab, wie man zählt. Seit 2021 lädt Apple Mail die Inhalte im Hintergrund vor, auch wenn niemand die Mail liest. Das treibt gemessene Öffnungsraten nach oben.

Ohne diesen Effekt liegen realistische Öffnungsraten bei rund 24 %. Aussagekräftiger ist die Klickrate, sie liegt je nach Anbieter bei 3 bis 5 %. Wer sie im Blick behält, sieht, ob ein Newsletter wirklich gelesen wird.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit
Für VANSOL geht jede Woche ein Newsletter an 7.902 Kontakte, dazu ein Karussell auf Instagram zum selben Thema. Social Media sorgt dafür, dass neue Menschen die Marke entdecken. Der Newsletter sorgt dafür, dass sie sie nicht wieder vergessen.
Womit du anfangen kannst
- Eine Anmeldung mit Double-Opt-in. Für Werbung per E-Mail brauchst du eine ausdrückliche Einwilligung (§ 7 UWG). Die Datenschutzkonferenz hält das Double-Opt-in für geboten: Nach der Anmeldung bestätigt die Person ihre Adresse mit einem Klick in einer Mail.
- Ein Grund, sich einzutragen. Niemand abonniert „News“. Ein konkreter Nutzen hilft, etwa Tipps zur Saison, Termine für Workshops oder ein Angebot nur für Abonnierte.
- Ein fester Rhythmus. Lieber einmal im Monat zuverlässig als jede Woche mit Pausen. Und auf Social Media immer wieder zur Anmeldung führen.
Ich richte Newsletter-Tools, Anmeldestrecken und Vorlagen ein und schreibe auf Wunsch die Ausgaben: E-Mail-Marketing. Damit Social Media und Newsletter zusammenspielen: Social Media & Content. Wenn du wissen willst, wie das bei dir aussehen könnte, schreib mir.
Quellen
- ARD/ZDF-Forschungskommission (2026): ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Basispräsentation. Durchführung GIM, 2.462 Befragte ab 14 Jahren. media-perspektiven.de
- Eurostat (2026): Individuals, internet activities (isoc_ci_ac_i), Deutschland 2025. ec.europa.eu/eurostat
- Socialinsider (2026): Social Media Reach. Auswertung von Marken-Accounts mit 1.000 bis 1 Million Followern (Anbieterstudie). socialinsider.io
- Metricool (2025): Social Media Study 2026, Pressemitteilung vom 10.12.2025 (Anbieterstudie). metricool.com
- Meta: Widely Viewed Content Report, Facebook-Feed USA, Quartale 2024 bis 2026. transparency.meta.com
- Meta (2024): Earnings Call Q1 2024, Transkript. investor.atmeta.com
- Apple: Mail Privacy Protection. apple.com
- Benchmarks (Anbieter): dialog-Mail (2022), Auswirkungen der Apple Mail Privacy Protection, pressetext.com; Inxmail E-Mail-Marketing-Benchmark 2026 laut markt-kom.com; eworx Benchmark Report 2025; Mailchimp, mailchimp.com; Brevo Marketing-Benchmark 2025, brevo.com
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 7. gesetze-im-internet.de
- Datenschutzkonferenz (2022): Orientierungshilfe zur Verarbeitung personenbezogener Daten für Zwecke der Direktwerbung. datenschutzkonferenz-online.de


